Läuse (Anoplura):


Läuse sind kein Problem, das erst in jüngerer Vergangenheit den Menschen heimsucht. Wie die meisten Säugetiere, haben auch Menschen ihre spezielle Läusearten. Schon unsere affenähnlichen Vorfahren sind herumgegangen und haben sich gekratzt. Wahrscheinlich haben wir die gleichen Läuse oder sehr nahe Verwandte von ihnen während der Menschwerdung geerbt und plagen uns bis heute damit.


Die Menschen haben damals meistens die Läuse als etwas betrachtet, was man eben hat. Ein wichtiger Teil der Familienhygiene war in der frühen Geschichte des Menschen das Lausen. Es diente nicht nur der Körperpflege, sondern festigte auch soziale Strukturen. Dieses Verhalten ist heute noch bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, zu beobachten.


Zwei Läusearten leben beim Menschen. Dieses sind die Menschenlaus (mit zwei Unterarten) und die Filzlaus. Die beiden Formen der Ersteren sind sich sehr ähnlich, können aber durch ihre Lebensweisen unterschieden werden.


Läuse sind flügellose Insekten, ihre Augen verkleinert und ihre Mundwerkzeuge zum Stechen und Saugen umgewandelt. Ihre Haut ist lederartig und grau; der Hinterleib ist stark dehnbar, wenn er beim Saugen mit Blut gefüllt wird. Die Beine enden in sogenannten Klammerfüssen, die zum Festhalten an Haaren dienen. Die Arten dieser kleinen Insektengruppe sind somit ausgezeichnet an ihr Parasitendasein angepaßt.


Läuse sind völlig abhängig von dem Klima, das dicht über der Hautoberfläche der Wirte herrscht. Ändert sich die Temperatur, zum Beispiel durch Fieber, so wandern sie ab. Früher galt es als schlechtes Vorzeichen, wenn Läuse ihren Wirt verlieren! Sie verlassen sehr bald auch einen Verstorbenen, was die Gefahr von Epidemien vergrößert. Läuse werden durch direkten Körperkontakt oder durch gemeinsam benutze Kleidung, Bettwäsche und Handtücher übertragen.



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