Schaben (Blattariae):


Schaben repräsentieren eine uralte, sehr erfolgreiche Gruppe von Insekten, die bereits im Karbon vor 200 Mio. Jahren auf der Erde existierte. Dieses beweisen Fossilien, die Schaben von damals in der heutigen Gestalt zeigen.


Die meisten Schaben leben im Dämmerlicht des Bodenstreus tropischer Wälder. In unserer Klimazone dagegen gewährleistet nur die enge Nachbarschaft zum Menschen und das ganzjährige Vorhandensein von Wärme und Feuchtigkeit das Überleben dieser Insekten. Heimischen Schaben (z.B. Ectobius silvestris, Waldschabe) ist ein Überleben in unseren Gebäuden nicht möglich.


Schaben sind Allesfresser. Sie sind in der Nacht aktiv, während sie sich am hellen Tag in Ritzen und Spalten versteckt halten, besonders in der Nähe von Öfen, Heizungsrohren und anderen warmen Stellen.


Schaben sind sehr gesellige Tiere; der Stoff, der diese Insekten anlockt und zusammenhält, wird von Drüsen im Darm erzeugt und mit den Exkrementen ausgeschieden (sogenannte Aggregationspheromone).


Angepaßt an ihre spaltenartigen Verstecke haben Schaben einen dorsoventral abgeflachten, eleganten
Körper. Die Größe der ausgewachsenen Insekten schwankt zwischen knapp 8 mm (Braunbandschabe) und 32 mm (Amerikanische Schabe).


Die Tiere sind geflügelt, wobei das vordere Paar derbhäutig ist und Schaben deshalb oftmals für "Käfer" gehalten werden. Einige Arten nutzen die Flügel nicht zum Fliegen (z. B. die orientalische Schabe), andere (z. B. die amerikanische Schabe) sind gute, aktive Flieger. Der Kopf der Schaben liegt etwas unter einem schildförmigen Vorderbrustrücken verborgen.


Alle Schaben besitzen lange, peitschenförmige Antennen, die aus den Verstecken herausragen. Die Antennen vermitteln den Schaben eine Vielzahl an Informationen über die Umgebung. Mit ihren sechs Laufbeinen erreichen Schaben große Geschwindigkeiten und fallen durch ihre schnellen Bewegungen auf, wenn sie gestört werden.


Schaben werden in unserer Zeit durch die engen, weltweiten wirtschaftlichen Verknüpfungen durch den Austausch von Waren in kurzer Zeit und über lange Distanzen schnell verbreitet. Niemand kann sich heute davor schützen, mit Verpackungen, Lebens- oder Gebrauchsmitteln Schaben einzuschleppen. Betroffen hierdurch sind auch Haushalte. Finden diese Insekten ideale Lebensbedingungen vor, ist innerhalb weniger Wochen bereits ein starker Befall entstanden.


Schaben verursachen einen hygienischen Schaden. Sie können mit ihren Exkrementen oder direkten Kontakt u.a. folgende Krankheiten von infizierten Materialien auf Lebensmittel oder belaufene Flächen übertragen:


- Salmonellose (Typhus, Paratyphus)
- Tuberkulose
- Lepra
- Eiterungen
- Wurmkrankheiten


Schaben verursachen materiellen Schaden. Sie verderben durch ihre Exkremente, Nymphenhäute und Eipakete Lebensmittel, die nicht weiter verkauft werden dürfen.
Schaben verursachen psychologischen Schaden. Der Hauptgrund für ihre Bekämpfung ist der Ekel, den viele Menschen vor diesen Tieren haben. Mitarbeiter von Betrieben werden vergrault, das Arbeitsklima und der gute Ruf sind gefährdet.


Da Schaben auf ihren Streifzügen mit hochinfektiösen Keimen in Berührung kommen können, ist die Bekämpfung in Krankenhäusern Pflicht. Ebenso schreibt die Lebensmittelhygiene - Verordnung vor, daß Schädlingsbefall im Nahrungsmittelbereich bekämpft werden muß.


Besonders gefährdet sind Gaststätten, Lebensmittelbetriebe und Bäckereien, aber auch Wohnhäuser, Heime und Krankenhäuser.


Haben sich Schaben in einem Gebäude angesiedelt, führen meist nur Bekämpfungen mit Insektiziden zu einer Tilgung. Bedingt durch die Otheken sind die Behandlungen zu wiederholen, um schlüfende Nymphen abzutöten.


Es baut sich in Lebensmittelbereichen durch Einschleppung oder Zuwanderung, sehr schnell ein neuer Schabenbefall auf, wenn nicht regelmäßige Behandlungen / Inspektionen durchgeführt werden. Sachkundiges Personal sollte die Bekämpfungen ausführen. Nur so wird der Erfolg der Maßnahmen sichergestellt und Mensch und Umwelt geschützt.



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